Harley-Davidson von der Entwicklung zur Revolution

Harley-Davidson kündigt die internationale Präsentation "From Evolution to Revolution" auf den 13. Juli 2021 an. Nach der neuen "Pan America" will die amerikanische Motorradschmiede ein weiteres komplett neues Bike vorstellen.

Harley-Davidson hat ein existenzielles Problem. Alleine in der Schweiz hat die amerikanische Traditionsmarke in den vergangenen 7 Jahren rund 40% Umsatz verloren und damit auch eine Menge Geld. Über die Gründe kann man nur mutmassen, doch die eingeschlagene Strategie, gegen den Absatzschwund vorzugehen, scheint nicht aufzugehen.

Harley-Davidson steht für eine Bikerkultur von harten Männern mit schweren Maschinen, die mit ihren lauten Choppern die Strassen unsicher machen. Lange Zeit war die Marke die unangefochtene Nummer 1 bei solchen Anhängern. Doch irgendwann schlich sich ein leichter Stillstand ein und die Konkurrenz, namentlich Triumph, Indian und Victory begannen dem alten Schlachtschiff Konkurrenz zu machen.

LiveWire ein Flop?
Anstatt noch stärkere und mächtigere Maschinen zu bauen, die noch männlicher waren, entschied man sich, 2015 mit einem Elektro-Motorrad Vorreiter zu sein. Doch wer sollte das wollen? Man mag vielleicht bei Politikern und der Öffentlichkeit mit so einem zukunftsfreundlichen „grünen“ Konzept zu punkten, doch nicht bei seinem eigenen Klientel, denn das will Sound und liebt „schwarz“. Die Absatzzahlen der LiveWire in der Schweiz sind bis heute sehr gering.

Pan America – Konkurrenz zu Yamaha & Co.?
Harley-Davidson heisst amerikanische Chopper und nicht eine Kopie von Yamaha. Yamaha war mit der Lancierung der Ténéré als Extrem-Offroader und Wüstenmaschine Mitte der 80er Jahre bahnbrechend. Alle anderen japanischen Marken sind ihr schnell gefolgt, ausser Harley, denn Harley war stets einzigartig und anders. Nun ebenfalls einen Offroader auf den Markt zu bringen, wirft wieder dieselben Fragen auf: Wer sollte das wollen?

In den vergangenen Jahren hat sich Harley-Davidson auf absolute Irrwege begeben. Es sieht nach Verzweiflung aus, dass man plötzlichen in Segmenten nach Kunden sucht, in welchen man nie tätig war. Dieser Imagewechsel ist gefährlich und schwierig und kann die Marke weiter an Vertrauen und Kundschaft kosten. Harley-Davidson sollte sich wieder auf seine Ursprünge besinnen und schwere Maschinen für schwere Jungs bauen.

Harley-Davidson schreibt: „Nach der Einführung der Pan America 1250 mit ihrem neuen „Revolution Max“-Motor kündigt Harley-Davidson zur Mitte der Motorradsaison unter dem Motto „From Evolution to Revolution“ die Präsentation eines weiteren neuen Modells an. Der virtuelle Launch findet am 13. Juli um 17 Uhr statt. „Nach der erfolgreichen Markteinführung unseres ersten Adventure-Touring-Motorrads, der Pan America, freuen wir uns darauf, ein weiteres komplett neues Bike vorzustellen, das auf der ‚Revolution Max’-Plattform aufbaut und eine gelungene Synthese aus Harley-Davidson-Technologie, -Leistung und -Stil repräsentiert“, erläutert Jochen Zeitz, Chairman, President und Chief Executive Officer von Harley-Davidson. Die Onlineveranstaltung bietet erste Einblicke in Details des neuen Modells und umfasst Präsentationen von Harley-Davidson-Führungskräften, -Produktexperten und jenen leidenschaftlichen Bikern, die diese neue, leistungsstarke Maschine entwickelt haben. Voraussichtlich wird das Motorrad noch 2021 bei den Harley-Davidson-Vertragshändlern erhältlich sein.“

Da ich nicht wirklich daran glaube, dass eine „echte“ Harley das Licht der Welt erblicken wird, habe ich Sorge, dass man uns wieder ein Bike vor die Nase hält, das an ein Bike erinnert, das aus eine Japanerschmiede stammen könnte. Doch wir wollen einem Anbieter wie Harley immer die Chance geben, uns positiv zu überraschen. Zu häufig hat die Marke das geschafft und wir beten für Harley, dass uns das Bike gefällt oder sogar umhaut.

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